Helferseminar
der BAG vom 14. bis 15. November im Biberttal mit Axel Sauter und Walter
Fretschner
– eine rundum gelungene und überaus informative Veranstaltung
Es waren an diesen zwei Tagen so viele Eindrücke, dass es schwierig ist, diese in Worte zu fassen. Wo soll man da anfangen?
Bei den Ausbildern? Ich denke, die kennt jeder. Aber für die, die es nicht tun, hier ein kurzer, in keinster Weise erschöpfender Abriss. Axel Sauter und Walter Fretschner, ein perfektes Team. Sowohl während der Theorie in dem Vereinsheim als auch draußen bei den praktischen Übungen ergänzen sie sich ohne große Worte, jeder hat interessante Tipps und Methoden, bei denen uns Teilnehmern oft nur das Staunen ins Gesicht geschrieben war.
Bei den Teilnehmern? Wir waren neun Hunde, die
eigentlich unterschiedlicher nicht sein konnten und die uns so einen
umfassenden Einblick in die verschiedenen Schwierigkeiten der Helferarbeit
boten. Ein junger, beutegierigen Boxer-Rowdy, der auf einen zugestürmt kommt
und bedrängt; ein kleiner Terriermix, der zwar selbstbewusst tut, es aber gar
nicht mag, wenn man sich von oben über ihn drüber beugt; zwei Labradore, die
mehr oder weniger Profis auf ihrem Gebiet waren; ein Australian Shepard, der
Fremden gegenüber etwas skeptisch ist, dann aber gut in seine Arbeit reinfindet;
zwei Junghunde, die noch keinerlei Sucherfahrung aufwiesen; ein Berner Sennen,
der seinem Gemüt entsprechend mal sehr gut und mal mit weniger Enthusiasmus
arbeitet; und eine Jagdhündin, die den Helfer weniger spannend findet als so
manch andere Gerüche und die Kunst deshalb darin besteht, sie am Opfer zu
halten.
Nicht vergessen wollen wir aber auch die Hundeführer, die eine schöne homogene
Gruppe bildeten, die eifrig arbeitete, aber doch nebenbei auch viel Spaß
miteinander hatte.
Bei der Organisation? Biberttal hat uns ein perfektes Wochenende präsentiert. Das Wetter war für November erstaunlich gnädig mit uns, so dass wir ein trockenes, wenn auch kaltes Wochenende auf den Trümmern verbringen durften. Nebenbei bemerkt ein Trümmergelände, das wirklich keine Wünsche offen lässt. Das Vereinsheim war immer schön warm und es gab reichlich zu Essen und zu Trinken...
Beim Ablauf? Nachdem alle aus den unterschiedlichsten
Teilen Deutschlands angereist waren, gab es teils ein großes Hallo mit alten
Bekannten und teils ein Beschnuppern der „Neuen“. Nachdem alles Organisatorische und
versorgerische für die Hunde abgeklärt war, ging es auch schon in die Theorie.
Ein kurzer aber prägnanter Powerpoint-Vortrag von Axel Sauter über
Lernverhalten der Hunde und Möglichkeiten der Belohnung; richtiges Beutespiel;
"Training before Training"; Konsequenz in der Ausbildung; etc. Immer
wieder ließen die beiden Ausbilder uns neben den theoretischen Grundsätzen an
ihrem reichen Erfahrungsschatz teil haben und Fragen der Teilnehmer wurden mit
Freude beantwortet. Kurze Zeit später auf dem Platz wurden die Hunde – je nach
Ausbildungsstand – an die Verstecke geschickt und per Video festgehalten. Jedes
Hund-/Hundeführerteam bekam nach seinem Einsatz eine kurze Manöverkritik und
auch als Außenstehender wurde man nach der eigenen Einschätzung gefragt.
Nachdem alle Hunde gearbeitet waren, ging es zurück in die Hütte und das
gedrehte Video wurde analysiert. Es war doch beeindruckend, wie viele „Fehler“
von Hund/Hundeführer bzw. Helfer einem da schon selbst auffielen, nachdem man
bereits 5 Stunden in Theorie und Praxis gelernt hatte. Doch wer glaubte, das
war es jetzt, hatte sich geirrt. Hunde holen und an die Anzeigeröhre und gleich
nochmal beobachten und erleben, wie unterschiedlich sich die Hunde verhalten.
Am Sonntag begann der Tag dann wieder mit Theorie und Fragenkunde, bevor wir
die Hunde im Wald arbeiten ließen. Hier lag das Augenmerk einerseits natürlich
auch auf der Helferarbeit, andererseits aber auch auf dem Verhalten der
Hundeführer gegenüber ihren Hunden. Es gäbe zahlreiche Szenen, die ich hier im
Detail beschreiben könnte, doch – wie bereits oben erwähnt – ist es schwierig
das alles in Worte zu fassen.
Mein Fazit: Es war ein rundum stimmiges Wochenende mit vielen neuen und interessanten Eindrücken für die Rettungshundearbeit. Ich denke, die Bedeutung der Helferarbeit war vielen nicht bewusst und wir werden wesentlich bewusster mit unseren Hunden arbeiten. Für jeden Teilnehmer gab es Momente, die ihm die Augen geöffnet und ihn mit guten Vorsätzen ins Auto steigen ließen. Die Arbeit mit so unterschiedlichen Hunden war für Axel und Walter sicherlich eine Herausforderung, denn mit Schema F ging da gar nichts. Es war faszinierend zu beobachten, wie sie auf jeden Hund mit absoluter Geduld und Erfindungsreichtum eingingen und letztlich jeden Hund zum Erfolg brachten. Hiefür ein dickes Lob und ein herzliches Danke – ich denke im Namen aller Teilnehmer !!!
Ich komme ganz sicher wieder !
Anne