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Geschichte des Rettungshundes |
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Begann es wirklich so? Wie und wann die eigentliche Geschichte der Rettungshunde in grauer Vorzeit begann, konnte ich nicht recherchieren, dazu fehlen einfach die Aufzeichnungen. Aufzeichnungen über Kriegshunde gab es schon 5000 vor Chr. bei den Assyriern, Sumerer, Babylonier und Römern. In wie weit mit den Hunden nach der Schlacht Freunde und Kammeraden gesucht wurden, geht leider aus keiner dieser Aufzeichnung hervor. Mit großer Wahrscheinlichkeit geschah aber auch dieses. Sicherlich hat es schon vor dem ersten Weltkrieg Hunde mit solchen Fähigkeiten und Aufgaben gegeben, aber das ist Vergangenheit. Ich beschränke mich auf die Zeit ab dem ersten Weltkrieg, denn da wurden nachweislich Hunde systematisch für das Auffinden von verwundeten Soldaten ausgebildet. Um 1914 begannen die Franzosen und die Deutschen Hunde für die Suche und das Auffinden von Verletzten in den Kampffeldern auszubilden. Der Hund als idealer Gehilfe des Sanitätssoldaten, der Sanitätshund, war geboren. Tausende von Verwundeten verdankten damals dem Sanitätshund, ihre rechtzeitige Rettung der neben dem Meldehund der Kriegshund schlechthin war. Am Abend, nachdem der Schlachtlärm verstummt war, durchzogen die Sanitätstruppen mit ihren Suchhunden die Kampffelder und suchten nach zurückgebliebenen Verwundeten. Den Hunden hatte man ursprünglich Gegenstand Apportieren beigebracht. Fanden sie einen Verletzten der noch bei Bewusstsein war, gab dieser dem Hund einen Gegenstand von sich und der Hund hat diesen unverzüglich zu seinem Sani gebracht. Der Hund hatte darauf hin seinen Sanitätshundführer zu dem gefundenen Verletzten geführt (Freiverweisen mit Gegenstand). Da es sich damals um ganz anders geartete Hunde handelte, als wir sie heute besitzen, war auch die Aufgabestellung eine ganz andere. Wir sollten nicht in den Glauben verfallen, dass wir Heute das große Wissen über die Hundeausbildung besitzen. Ich gehe sicherlich nicht fehl in der Annahme, dass es auch zu dieser Zeit Personen mit sehr großem Wissen über die Hundeausbildung gab. „Gefunden“ anfänglich dadurch zu melden, indem sie bei diesem einen Gegenstand, z.B. die Mütze, aufnahmen und dem Sanitätshundführer apportierten. Diese Art zu melden brachte sehr schnell große Probleme mit sich, denn nicht jeder Verletzte war noch bei Bewusstsein und die Hunde nahmen mit, was sie fassen konnten. Nicht selten gab es noch schlimmere Verletzungen und man musste das Melden umstellen, Bringseln war geboren. So begannen die Ausbilder dem Hund ein so genanntes Bringsel, ein etwa zehn Zentimeter langes Lederstück, ans Hundehalsband zu hängen. Stieß er nun auf einen Verwundeten, nahm er das Bringsel in den Fang, eilte damit zum Hundeführer und führte diesen anschließend zudem verwundeten Kameraden. Aus taktischen Gründen wurde ein Melden mittels Verbellen (Standort und Anwesenheit würde sonst verraten werden) im Kriegsgebiet nicht angewandt.
Ideale Voraussetzung:
Teamgeist bei Mensch und Hund
Bei der neuzeitlichen Ausbildungsmethodik für Rettungshunde werden ausschliesslich die Triebe MEUTE und BEUTE angesprochen. Wird doch vom heutigen Rettungshund nicht nur der Erfolg, sondern auch ein freudiges, im hohen Arbeitstempo ausgeführtes und perfektes System verlangt und erwartet.
Der Trümmersuchhund Nach den V2 Angriffen auf England wurden im zweiten Weltkrieg erstmals Hunde systematisch zur Suche nach Verschütteten Menschen eingesetzt, die unter den Trümmern ihrer zerstörten Häuser begraben waren. Erst etwas später hat man erkannt, welche Möglichkeiten gut ausgebildete Suchhunde auch in Friedenszeiten bieten. Skeptiker haben trotz aller Erfolge den Wert der Suchhunde in Frage gestellt. Vergleiche zwischen der Arbeit von Katastrophenhunden und mit technischen Ortungsgeräten ausgestatteten Suchmannschaften hat aber immer wieder gezeigt, dass der gut ausgebildete Suchhund an Genauigkeit und Schnelligkeit nicht zu schlagen ist. Erst seit den 80er Jahren werden Trümmersuchhunde aus der Schweiz und Deutschland bei Naturkatastrophen, wie Erdbeben, weltweit eingesetzt. Die Arbeit mit dem Trümmersuchhund kann in vielerlei Hinsicht als die Krone der Rettungshundearbeit angesehen werden. In keiner anderen Sparte können so viele Schwierigkeiten auf einmal auftreten. Das Suchgebiet des Lawinenhundes ist i.d.R. frei von jeglichen störenden Gerüchen. Der Flächensuchhund erreicht den Gefundenen häufig unmittelbar und kann direkten Kontakt mit diesem aufnehmen. Der Trümmersuchhund jedoch muss die menschliche Witterung aus einer Vielzahl anderer Gerüche herausfiltern. Die Opfer sind oft unter meterdicken Trümmerschichten begraben. Staub erschwert der Hundenase die Arbeit. Eine möglichst gefahrlose Fortbewegung in Trümmern erfordert vom Hund viel Übung. Hier rutscht ein Deckenteil ab, dort droht eine Wand zu kippen, der gesamte Einsatzort ist sehr instabil. Verletzungen sind dennoch sehr selten, weil die Tiere in der Ausbildung lernen, sich vorsichtig zu bewegen. Einsätze in ausländischen Katastrophengebieten bringen für Hund und seinem Herren ganz besondere Belastungen mit sich: der lange Transport, die Klimaumstellung, am Einsatzort eine ungewohnte Umgebung und schwierige Verhältnisse, Dauerstress über viele Tage. Nur ein sorgfältig ausgebildetes Team kann trotzdem gute Arbeit leisten. Ausbildungsziel:
Der Trümmersuchhund sucht intensiv, ausschließlich nach menschlicher Witterung. Nach dem Lockaliseren meldet der Trümmersuchhund die Lage der gefunden Person durch sicheres und intensives verbellen. Um dies zu erreichen ist der Hund gezielt auf seine spätere Aufgabe vorzubereiten. Das Konzept der Ausbildung: Allgemein: · Bereitschaft der Hundeführer zu lernen, um zu lehren · Arbeit an den Geräten · Spielen mit Menschen · Gehorsam · Suchen nach dem Spielgefährten · Suche nach dem verdeckten Spielgefährten · Anzeige Flächensuche Flächenrevier: · Mit Seitenschläge · Wegesuche · Parzellensuche · Suche bei Nacht · Suche bei extremen Wetter Damit ein funktionierendes Zusammenarbeiten gewährleistet wird, ist es äußerst wichtig, dass in der Ausbildung alle Aktiven eingebunden werden. Da es für Anfänger immer etwas schwierig sein kann, sollten diese ein großes Interesse mitbringen, um auch durch Zusehen und Beobachten zu lernen. Leider müssen viele Hundehalter das Spielen mit ihrem Hund erst mühsam erlernen. Die Ausbildung an den Geräten beinhaltet einen großen Zeitanteil in der Junghundearbeit. Nicht nur dass die Gerätearbeit den meisten Hunden großen Spaß macht, sie dient auch zur Schulung der Aufmerksamkeit, des Körperbewusstseins, der Koordination und nicht zuletzt festigt sie die Bindung zwischen Hund und Hundeführer. Wippe, Fassbrücke, Wackelbrett, Röhren, waagerechte und aufgestellte Leitern, aber auch unangenehmer, nachgebender Untergrund, Lärm, Staub und Rauch sollen den Hund an die Gegebenheiten in den Trümmern gewöhnen. Von Natur aus sind vielen Hunden harte oder unebene wackelige Untergründe unangenehm. Um sich auf unsicheren Untergründen zu bewegen, ist es wichtig, dass der Hund ein hohes Maß an Körperbeherrschung hat. Gerade auf schmalen Bohlen ist es für den Hund zu Beginn schwierig, die hinteren Pfoten gezielt zu setzen. Das erfordert viel Balance und Geschicklichkeit. Auch darf sich der Hund weder von großen Höhen noch von engen Tunneln und Röhren beunruhigen oder abschrecken lassen. Eingestürzte Gebäude erfordern meist ein hohes Maß an Geschicklichkeit vom Hund. Als Junghund werden sie auf den unterschiedlichsten Geräten trainiert. Der Hund, der in erster Linie nur damit beschäftigt ist, sich auf die Fortbewegung zu konzentrieren, hat keinen Nerv zu suchen. Auf dem Gerätebarkur sind die Bedingungen für den lernenden Hund kontrollierbar und der Schwierigkeitsgrad kann individuell gestaltet werden. Der Hund muss an für ihn, unangenehme Einflüsse und Ablenkungen aller Art gewöhnt werden. Dazu gehören z. B. verschiedene Geräusche und Lärm, penetrante Gerüche und Rauch sowie arbeitende Bergungsmannschaften. Eine immer häufiger vernachlässigte Gehorsamsleistung ist das Detachieren. Der Hund muss sich im Einsatz auch auf Distanz und hierbei auch auf Sichtzeichen hin lenken lassen. Dazu wird (sollte) das sogenannte Detachieren bis zum Absoluten geübt werden. Erst wenn der Hund selbständig und intensiv sucht, sicher anzeigt, sich von nichts ablenken lässt, trotzdem für seinen Hundeführer jeder Zeit ansprechbar bleibt und sich auf Entfernung lenken und leiten lässt, hat der Hund die volle Einsatzreife erreicht. Die Arbeit sollte für den Hund immer mit Spiel und Spaß enden, denn für ihn bleiben dann die letzen Eindrücke als positiver Motor in seinem Erinnerungsfeld zurück. Walter |
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